Ich kann dich nicht vergessen obwohl wir nie zusammen waren

Ich kann dich nicht vergessen obwohl wir nie zusammen waren

Du warst nie offiziell ein Teil meines Lebens. Keine Versprechen, keine gemeinsamen Zukunftspläne. Und trotzdem hast du dich so tief in meine Gedanken eingebrannt, dass ich dich bis heute nicht vergessen kann.

Wir haben nie gesagt: „Wir sind zusammen.“ Aber es fühlte sich oft so an. Die Art, wie du mich angeschaut hast, als wäre ich der einzige Mensch im Raum. Die kleinen Berührungen, fast beiläufig, aber voller Bedeutung. Deine Hand, die meine kurz streifte, wenn niemand hinsah. Der Moment, in dem unsere Blicke sich trafen und keiner wegschaute. Diese stillen Gespräche, die nur mit den Augen geführt wurden.


Wir waren nie ein Paar. Und doch haben wir Dinge geteilt, die viele Paare nie erleben. Du hast meine Lieblingssongs auswendig gelernt. Ich wusste, wie du deinen Kaffee trinkst.

Wir kannten die kleinen Eigenheiten des anderen – und mochten sie. Ich erinnere mich, wie wir stundenlang geredet haben, über alles und nichts. Wie du mir zugehört hast, als hätte jedes meiner Worte Gewicht. Und wie ich bei dir sein konnte, ohne mich verstellen zu müssen.

Du warst da, als ich nicht wusste, wohin mit mir. Du hast mich zum Lachen gebracht, wenn ich mich verloren fühlte. Du hast mich in deinen Armen gehalten, als ich es am meisten gebraucht habe – ganz ohne dass ich darum bitten musste.

Aber du warst nie mein. Es gab keine Beziehung, keine Verpflichtung, kein „uns“. Vielleicht war das der Zauber – und gleichzeitig der Fluch.

Ich denke immer noch an dich. Wenn ich Songs höre, die wir zusammen gehört haben. Wenn ich durch Straßen gehe, die wir gemeinsam entlang gelaufen sind. Wenn ich den Duft deines Parfums in der Luft wahrnehme – an jemand anderem, aber es erinnert mich sofort an dich.

Es gibt Abende, an denen ich in meinem Bett liege und mich frage, ob du auch noch an mich denkst. Ob du dich erinnerst, wie oft wir uns fast geküsst hätten. Wie oft ich gehofft habe, dass du es endlich tust. Aber du hast nie den Schritt gewagt. Oder vielleicht wolltest du es nicht. Vielleicht hast du mich nie so gesehen wie ich dich.

Ich habe versucht, weiterzumachen. Ich habe versucht, dich aus meinem Kopf zu verbannen. Ich habe mit anderen gelacht, getanzt, geküsst. Aber keiner warst du. Keiner konnte dieses leise Vibrieren in mir auslösen, das du mit nur einem Blick geschafft hast.

Manchmal frage ich mich, ob ich mir alles nur eingebildet habe. Ob du wirklich jemals so empfunden hast wie ich. Oder ob du einfach nur nett warst – oder gelangweilt, oder einsam. Aber selbst wenn du es nicht so gemeint hast, ich habe es gefühlt. Ich habe es tief in mir gespürt, und das reicht, um mich zu verfolgen.

Es tut weh, jemanden zu vermissen, den man nie richtig hatte. Jemanden, mit dem man nie ein echtes Ende erlebt hat, weil es nie einen Anfang gab. Es gibt kein „Abschließen“, wenn es nichts gab, das abgeschlossen werden kann. Nur Erinnerungen, offene Fragen und stille Sehnsucht.

Ich weiß, dass du wahrscheinlich längst weitergezogen bist. Vielleicht erinnerst du dich kaum noch an mich. Vielleicht war ich für dich nur ein Kapitel, während du für mich ein ganzes Buch warst, das ich nie zu Ende lesen durfte.

Ich bin glücklich, manchmal. Ich lache, ich liebe, ich lebe. Und doch… du bleibst. Wie ein Schatten in meinem Herzen, wie ein Lied, das ich nicht abschalten kann.

Ich kann dich nicht vergessen, obwohl wir nie zusammen waren. Vielleicht gerade deshalb.


Author

  • Melina Lauer Fuchs

    Ich bin Melina, Autorin dieses Textes. Mit meinen Worten möchte ich berühren, aufrütteln und zum Nachdenken anregen. Themen wie emotionale Verletzungen, familiäre Muster und inneres Wachstum begleiten mich seit vielen Jahren – beruflich wie persönlich. Wenn du dich in meinen Zeilen wiederfindest, dann weißt du: Du bist nicht allein.

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