Wenn ich bei ihm bin, fühle ich Ruhe – doch sobald ich gehe, bleiben Unruhe und Leere

Wenn ich bei ihm bin, fühle ich Ruhe und Sicherheit – doch sobald ich gehe, bleiben Unruhe und Leere

Wenn ich bei ihm bin, fühlt sich alles ruhig an. Fast so, als würde mein Kopf endlich still werden. Seine Nähe beruhigt mich. Wenn er mich umarmt oder liebevoll anschaut, habe ich für kurze Zeit das Gefühl, wirklich wichtig zu sein. Geliebt. Gewollt. Sicher.

Doch sobald ich nach Hause gehe, verändert sich alles.


Dann beginnt plötzlich diese Unruhe in mir.

Ich schaue ständig aufs Handy.
Warte auf eine Nachricht.
Überlege, warum er so kurz schreibt.
Warum oft nur ein „ok“, „passt“ oder ein kurzes Herz zurückkommt.

Und je weniger von ihm kommt, desto größer wird meine Unsicherheit.

Manchmal denke ich dann:
„Flirtet er vielleicht mit anderen?“
„Bin ich ihm überhaupt wichtig?“
„Warum gibt er mir nie richtig das Gefühl, dass ich die Einzige bin?“

Das Verrückte ist: Wenn wir zusammen sind, spüre ich diese Angst kaum.

Aber sobald Distanz entsteht, fühle ich mich plötzlich emotional verloren. Ich glaube, das Schwierige ist nicht einmal nur sein Verhalten. Sondern das ständige Wechselgefühl.

In seiner Nähe wirkt er warm.
Fast liebevoll.
Er kann aufmerksam sein, ruhig, charmant.
Und genau diese Momente geben mir Hoffnung.

Doch wenn wir nicht zusammen sind, wird er plötzlich ganz anders.

Kühl.
Kurz angebunden.
Emotional weit weg.

Er schreibt nicht wirklich von sich aus.
Er erzählt kaum etwas über seinen Alltag.
Ich habe oft das Gefühl, keinen richtigen Einblick in sein Leben zu bekommen.

Und genau das macht mich innerlich so unsicher.

Denn wenn ein Mensch offen liebt, entsteht normalerweise Verbindung – auch auf Distanz.

Man fühlt sich nicht ständig ausgeschlossen oder emotional im Dunkeln gelassen.

Bei ihm dagegen habe ich oft das Gefühl, nur einen kleinen Teil zu sehen. Als würde immer etwas zwischen uns stehen. Etwas, das ich nicht greifen kann.

Und genau dadurch beginnt mein Kopf ständig zu arbeiten.

Ich analysiere jede Nachricht.
Jede Verzögerung.
Jede Veränderung im Ton.

Wenn er online ist und nicht antwortet, werde ich sofort nervös.
Wenn er plötzlich weniger schreibt, denke ich direkt, dass etwas nicht stimmt.

Manchmal rede ich mir selbst ein, dass ich übertreibe. Doch tief in mir merke ich:
Diese Unsicherheit kommt nicht einfach aus dem Nichts.

Denn ein Mensch kann einem gleichzeitig Nähe geben und trotzdem emotionale Unsicherheit auslösen.

Genau das passiert oft in Beziehungen mit emotional distanzierten oder narzisstischen Menschen.

Die Nähe fühlt sich intensiv an, wenn man zusammen ist. Doch sobald Distanz entsteht, fehlt plötzlich emotionale Stabilität.

Warum?

Weil echte Sicherheit nicht nur in gemeinsamen Momenten entsteht. Sondern auch darin, wie sich jemand verhält, wenn man gerade nicht nebeneinander sitzt.

Schreibt er von sich aus?
Interessiert er sich?
Gibt er einem das Gefühl, emotional verbunden zu sein?
Oder bleibt ständig dieses Gefühl von Unsicherheit?

Bei ihm habe ich oft das Gefühl, um seine Aufmerksamkeit kämpfen zu müssen.

Und genau das macht müde.

Ich merke manchmal selbst, wie abhängig meine Stimmung davon geworden ist, wie er schreibt.

Wenn er liebevoll ist, geht es mir gut.
Wenn er kalt wirkt, zerbreche ich innerlich fast daran.

Das ist emotional unglaublich anstrengend.

Besonders schlimm ist dieses Gefühl, nie wirklich zu wissen, woran ich bin.

Mal wirkt er interessiert.
Dann wieder komplett distanziert.

Manchmal meldet er sich intensiv. Dann plötzlich kaum noch. Und genau diese Wechsel machen mich innerlich so instabil.

Denn mein Herz hält sich immer an den schönen Momenten fest.

An seiner Nähe.
Seinen Blicken.
Den wenigen Momenten, in denen ich mich wirklich geliebt fühle.

Doch mein Kopf erinnert mich ständig daran, wie unsicher ich mich fühle, sobald ich alleine bin.

Ich glaube, diese Unsicherheit entsteht oft dann, wenn Worte und Verhalten nicht zusammenpassen.

Wenn jemand sagt: „Ich mag dich“ aber gleichzeitig emotional kaum erreichbar ist.

Wenn man Nähe spürt, aber trotzdem ständig Angst hat, nicht genug zu sein.

Wenn man sich in der Beziehung nie wirklich sicher fühlt.

Viele Menschen denken dann automatisch:
„Ich bin einfach zu eifersüchtig.“
„Ich bin zu sensibel.“

Doch oft reagiert das eigene Gefühl nur auf emotionale Unklarheit.

Denn Menschen brauchen Verlässlichkeit.

Nicht perfekte Daueraufmerksamkeit. Aber emotionale Sicherheit.

Das Gefühl: „Ich bin wichtig, auch wenn wir gerade nicht zusammen sind.“

Wenn diese Sicherheit fehlt, beginnt man schnell zu zweifeln.

Besonders Menschen mit Verlustängsten oder geringem Selbstwert reagieren stark auf wechselhaftes Verhalten. Jede Distanz fühlt sich dann sofort wie Ablehnung an.

Und genau deshalb machen kurze Nachrichten oder emotionale Kälte so viel mit einem.

Ich glaube, das Schmerzhafteste ist dieses Gefühl, ständig nach Liebe suchen zu müssen.

Immer wieder überlegen:
„Mag er mich wirklich?“
„Warum zeigt er es so wenig?“
„Warum fühle ich mich trotz Beziehung oft allein?“

Denn eigentlich sollte Liebe beruhigen. Nicht ständig neue Unsicherheit erzeugen.

Natürlich muss niemand den ganzen Tag schreiben. Darum geht es nicht. Es geht vielmehr um das Gefühl dahinter.

Fühlt man sich emotional verbunden? Oder ständig ausgeschlossen?

Hat man Vertrauen? Oder lebt man dauernd in Angst?

Ich habe irgendwann verstanden, dass meine Unsicherheit nicht nur aus meinem Kopf kommt. Sondern auch aus seinem Verhalten.

Aus seiner emotionalen Distanz.
Seiner Verschlossenheit.
Seinen kurzen Antworten.
Und diesem Gefühl, nie wirklich zu wissen, was in ihm vorgeht.

Das Problem ist: Je weniger Sicherheit man bekommt, desto mehr kämpft man oft darum.

Man wird anhänglicher.
Denkt mehr nach.
Braucht mehr Bestätigung.

Und genau dadurch verliert man sich langsam selbst.

Heute versuche ich zu verstehen, dass Liebe nicht nur aus intensiven Momenten besteht. Sondern aus emotionaler Verlässlichkeit.

Aus Klarheit.
Aus ehrlichem Interesse.
Aus Nähe, die nicht sofort verschwindet, sobald man getrennt ist.

Denn jemand kann dir in einem Moment das Gefühl geben, geliebt zu werden – und dich trotzdem dauerhaft emotional verunsichern.

Und genau diese Mischung aus Nähe und Distanz macht Beziehungen oft so verwirrend und schmerzhaft.


Author

  • Melina Lauer Fuchs

    Ich bin Melina, Autorin dieses Textes. Mit meinen Worten möchte ich berühren, aufrütteln und zum Nachdenken anregen. Themen wie emotionale Verletzungen, familiäre Muster und inneres Wachstum begleiten mich seit vielen Jahren – beruflich wie persönlich. Wenn du dich in meinen Zeilen wiederfindest, dann weißt du: Du bist nicht allein.

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