Ich will dir eine Nachricht schicken, aber ich weiß, dass das eine schlechte Idee ist
Ich möchte dir eine Nachricht schicken, ich gerate ständig in Versuchung, es zu tun! Ich spüre, dass es zwischen uns angespannt ist, ich fühle es – dass ich dir nicht gleichgültig bin, weiß ich genau. Meine Gefühle täuschen mich nicht. Was geschehen ist, möchte ich in der Vergangenheit lassen.
Ich weiß, dass es zwischen uns nicht funktionieren würde, und doch zieht mich etwas immer wieder dazu, dir zu schreiben. Es ist diese Mischung aus Neugier, Sehnsucht und diesem unbeschreiblichen Gefühl, dass wir auf eine Art verbunden sind, die ich nicht so leicht erklären kann.
Ich frage mich ständig, ob meine Gefühle mich täuschen. Stelle ich mir alles nur vor, oder gibt es tatsächlich diese Verbindung, die ich so deutlich spüre? Manchmal scheint alles klar, und in anderen Momenten zerfällt alles wieder zu Unsicherheit.
Trotzdem versuche ich, mich zu sammeln, weil ich weiß, dass zu viel Ungeduld, zu viel Neugier mich in eine Situation bringen könnte, die ich später bereuen würde. Wenn ich alles sofort wüsste, könnte das vieles verändern – und vielleicht würde es mehr Schmerz verursachen, als ich jetzt empfinde.
Ich möchte diese Nachricht schreiben, ich möchte noch einmal spüren, warum wir so seltsam verbunden sind. Warum es Momente gibt, in denen nur der Gedanke an dich mein Herz schneller schlagen lässt. Ist es nur Einbildung?
Oder ist es wirklich so, dass wir mehr fühlen, als wir zugeben wollen? Wie sonst könnte ich es erfahren, ohne den Mut aufzubringen, es zu versuchen? Ich bin voller Fragen, voller Unsicherheit, und gleichzeitig voller Hoffnung. Ich spüre, dass ein Teil von mir diese Nachricht senden möchte, um zu wissen, ob du dasselbe empfindest.
Es ist, als wäre ich ein Süchtiger, der nach seiner Droge verlangt, obwohl er versprochen hat, aufzuhören. Immer wieder kreise ich im Kopf um diese eine Entscheidung: Senden oder nicht? Ich möchte dich nicht bedrängen, ich möchte nicht, dass du denkst, ich würde drängen oder etwas erzwingen.
Aber ich möchte verstehen, ich möchte wissen, ob du genauso fühlst, ob du auch diese Momente spürst, in denen wir einander näher sind, als es Worte jemals ausdrücken könnten.
Und doch kämpfe ich mit mir selbst. Ich weiß, dass es besser ist, dich loszulassen. Ich weiß, dass es besser für uns beide ist, dass wir unsere eigenen Wege gehen. Aber die Sehnsucht, die Neugier, das Bedürfnis zu verstehen, macht es schwer, ruhig zu bleiben.
Ich fühle mich hin- und hergerissen zwischen dem Verstand, der sagt „warte, halte Abstand“ und dem Herzen, das sagt „schreib, frag, spüre“.
Ich weiß, dass alles, was geschehen ist, in der Vergangenheit bleibt, und dass ein „Wir“ vielleicht nie möglich wäre. Aber trotzdem möchte ich wissen, wo wir stehen. Ich möchte spüren, ob du auch diese Verbindung fühlst, oder ob ich mich nur selbst täusche. Es ist ein ständiger Kampf zwischen Vernunft und Emotion, zwischen Loslassen und Festhalten.
Und während ich diese Worte schreibe, merke ich, dass das Senden der Nachricht vielleicht gar nicht die Lösung ist. Vielleicht ist es das Schreiben selbst, das mir hilft, meine Gedanken zu ordnen, mein Herz zu beruhigen und einen Moment innezuhalten, bevor ich eine Entscheidung treffe. Vielleicht liegt darin die eigentliche Erleichterung – im Erkennen, im Verstehen meiner eigenen Gefühle, ohne sie sofort der Welt zu übergeben.
Quellen
- „Gefühle verstehen“ – Dr. Stefanie Stahl
- „Die Psychologie der Gefühle“ – Paul Ekman
- „Liebe und Abhängigkeit“ – Rainer Sachse






