Stille ist für das Gehirn viel wichtiger als wir denken, sagen Wissenschaftler

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Stille ist für das Gehirn viel wichtiger als wir denken, sagen Wissenschaftler

Schweigen ist Gold, und die Wissenschaft bestätigt das. Wann waren Sie das letzte Mal in vollkommener Stille, ohne den Klang von Telefonen, ohne den Klang des Fernsehers im Hintergrund, ohne störende Faktoren?

Viele von uns sind an Geräusche im Alltag gewöhnt, aber ist das wirklich gut für uns? Schweigen ist Gold, und die Wissenschaft bestätigt das.

Unser Gehirn ist überraschend komplex strukturiert und kann sich sogar selbst regenerieren. In einer Studie an Mäusen aus dem Jahr 2013, deren Ergebnisse im Journal Brain, Structure and Function veröffentlicht wurden, wurde festgestellt, dass Stille erstaunliche Vorteile hat.

Imke Kirste und ihr Forscherteam verwendeten verschiedene auditive Reize (Musik, Mäusegequietsche, weißes Rauschen und Stille), um ihre Auswirkungen auf das Gehirn zu untersuchen.

Zu Beginn dachte Kirste, dass die Stille im Experiment nur als Kontrollfaktor verwendet würde. Aber was sie entdeckte, hat alle überrascht. Alle oben genannten Geräusche hatten nur eine kurzfristige neurologische Wirkung auf die Mäuse, während die Wirkung der Stille viel länger anhielt.

Die Forscher stellten fest, dass, wenn die Mäuse zwei Stunden am Tag in Stille gehalten wurden, im Hippocampus (einem Teil des Gehirns, der mit Gedächtnis, Emotionen und Lernen verbunden ist) neue Zellen zu wachsen begannen.

Kirste entdeckte, dass „Umweltanreicherung“, wie das Bereitstellen von Spielzeug oder anderen Mäusen, die Entwicklung des Gehirns von Mäusen stimuliert hat.

Die Stille war jedoch eine so künstliche und ungewöhnliche Erscheinung, dass sie im Gehirn mehr Neuronen als alle anderen Klangquellen erzeugte.

Kirste erklärt dies damit, dass „die Warnung, die durch eine solch unnatürliche Stille verursacht wird, die Neurogenese stimulieren kann, als Vorbereitung auf zukünftige kognitive Störungen“.

Die Zellen, die aufgrund der Wirkung der Stille auftraten, werden offensichtlich zu funktionalen Neuronen. Wie Kirste betont:

„Wir haben festgestellt, dass Stille tatsächlich hilft, den neu gebildeten Zellen zu helfen, sich zu Neuronen zu differenzieren und sich in das System zu integrieren.“

Die mentale Therapie in Stille

Das menschliche Gehirn unterscheidet sich natürlich erheblich vom Gehirn von Tieren.

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In der Wildnis nutzen Mäuse ständig ihre Sinne, die sie auf alle potenziellen Gefahren aufmerksam machen, wobei das Gehör eines ihrer wichtigsten Sinne ist.

Menschen müssen sich keine Sorgen um Raubtierangriffe machen, aber wir passen uns ständig der Welt um uns herum an. Wir überprüfen ständig unsere Handys in der Hoffnung, kein Update, keine Nachricht oder kein virales Video zu verpassen.

Deshalb ist es so wichtig, dass wir jeden Tag Zeit finden, um in vollkommener Stille zu sein, frei von allen Ablenkungen.

Obwohl Kirste zugibt, dass die Ergebnisse der Studie vorläufig sind, glaubt sie dennoch, dass sie berechtigt ist, Schlussfolgerungen zu ziehen. Krankheiten wie Demenz oder Depressionen sind mit einer verringerten Rate der Neurogenese im Hippocampus verbunden.

Und wenn die Verbindung zwischen Stille und Neurogenese auf Menschen übertragbar ist, können Neurologen beginnen, die Stille als eine mögliche Form der Therapie zu erforschen.

Für eine Weile in der Stille zu sein, ist viel einfacher, als Sie denken. Trainieren Sie Ihr Gehirn mit Stille.

Meditation: Eine großartige Möglichkeit, störende Faktoren zu blockieren und eine großartige Gelegenheit, sich selbst etwas Gutes zu tun.

Spaziergang in der Natur: Es hilft uns, für eine Weile aus dem Beton-„Dschungel“ zu entkommen und zu unseren Wurzeln zurückzukehren.

Sensorische Deprivation: Ihr Wesen besteht darin, dass Sie sich vor allen Lichtquellen und Lärm schützen und sich vorstellen, dass Sie auf einem Boot segeln. Dies ähnelt einer zehnminütigen Meditation.

Ausschaltstunden: Stellen Sie einen Plan auf, nach dem Sie zu bestimmten Zeiten alle elektronischen Geräte im Haus ausschalten, um absolute Stille zu genießen.

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